Netzwerk ACP/Palliative Versorgung

In regelmäßig stattfindenden Netzwerktreffen finden sich Mitarbeitende von Pflegeeinrichtungen, Ärztinnen und Ärzte, ACP-Berater und Palliative Care Ausgebildete zu spezifischen Themen zusammen. Über die Termine werden Sie als registriertes Netzwerkmitglied automatisch informiert, auch auf unserer Startseite unter „Veranstaltungen“ wird auf das Angebot hingewiesen. Bereits seit mehreren Jahren aktiv konnten so zahlreiche neue Kontakte geknüpft, Bewährtes ausgetauscht und neue Inspirationen für die täglichen Aufgaben ausgetauscht werden. Schreiben Sie uns gern an und wir halten Sie hierzu auf dem Laufenden oder schauen Sie beim nächsten Treffen persönlich vorbei!
Wir danken der Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle, voran Herrn Hipp und Frau Mickley für die Unterstützung bei der Organisation der Veranstaltung, zu der uns inzwischen bereits mehr als 150 Menschen aus allen umliegenden Bundesländern besucht haben.

Rückblick: „Angehörige an die Hand nehmen“ – Netzwerktreffen ACP im Netzwerk Palliative Versorgung

14. September 2026 · Festsaal der Paul-Riebeck-Stiftung „Riebeckpark“, Halle (Saale)

Am 14. September 2026 kamen Fachkräfte aus Pflege, Medizin, Hospizarbeit und Beratung im Festsaal der Paul-Riebeck-Stiftung zusammen, um sich im Rahmen des Netzwerktreffens ACP im „Netzwerk Palliative Versorgung“ einem Thema zu widmen, das im Berufsalltag oft zu kurz kommt: dem Umgang mit Angehörigen im Spannungsfeld von Gesprächsführung und Alltagsbegleitung. Unter dem Titel „Angehörige an die Hand nehmen – der Umgang mit der Endlichkeit im ACP-Gespräch“ bot der Tag einen dichten Mix aus Fachvorträgen, praktischen Einblicken und gemeinsamer Werkstattarbeit.

Perspektive ACP: Zwischen Autonomie und Abschied

Den Auftakt machte Herr Beyer (Elisabeth Mobil) mit dem Vortrag „Zwischen Autonomie und Abschied – die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit im ACP-Gespräch“. Im Zentrum stand die Beobachtung, dass ACP-Gespräche fast immer die Frage nach dem eigenen Lebensende berühren, oft unausgesprochen, manchmal ganz direkt. Der Vortrag zeichnete den Übergang von der sachlichen Therapiezielklärung hin zur persönlichen Auseinandersetzung mit Sterben und Tod nach und stellte diesen Schritt als den anspruchsvollsten im gesamten ACP-Prozess heraus. Anhand einer durchgängigen Fallvignette wurde das Gesprächsmodell REMAP vorgestellt, ein Werkzeug, das hilft, Emotionen im Gespräch Raum zu geben, Werte herauszuarbeiten und gemeinsam tragfähige nächste Schritte zu entwickeln, statt vorschnell zu einer Behandlungsentscheidung zu kommen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Rolle der Vertrauensperson als Brücke zwischen dem persönlichen Endlichkeitsgespräch und der späteren Entscheidungsverantwortung im Ernstfall, sowie auf der Abgrenzung von ACP zur reinen Formularausfüllung: ACP als kontinuierlicher Prozess der Selbstvergewisserung, nicht als einmaliger Verwaltungsakt.

Perspektive Letzte Hilfe: Eindrücke aus der Kursarbeit

Im Anschluss berichtete Herr Hipp (Paul-Riebeck-Stiftung, Halle) aus seiner Arbeit als Kursleitungfür „Letzte Hilfe“-Kurse. Sein Beitrag „Eindrücke aus der Kursarbeit – was Letzte-Hilfe-Kurse für die Angehörigenbegleitung leisten“ machte deutlich, wie vielfältig das Letzte-Hilfe-Kursportfolio mittlerweile geworden ist: vom niedrigschwelligen Basiskurs für Angehörige und Nachbarn über den ganztägigen Kurs „Letzte Hilfe Professionell“ für Mitarbeitende im Gesundheitswesen bis hin zu „Letzte Hilfe Kids & Teens“ für 8- bis 16-Jährige. Gemeinsam ist allen Formaten die Vermittlung von vier Grundthemen: Sterben als Teil des Lebens, Vorsorgen und Entscheiden, Leiden lindern und Abschied nehmen, die direkte Anknüpfungspunkte zur professionellen Angehörigenarbeit im ACP-Kontext bieten. https://www.letztehilfe.info/

Perspektive Ambulanter Hospizdienst

Nach der Pause gab Frau Uhl, Leiterin des Ambulanten Hospizdienstes des Heinrich-Pera-Hospizes in Halle unter dem Titel „Die ohne Auftrag – Ehrenamtliche schenken Zeit und entlasten wo es nötig ist“ Einblicke in die unersetzbare Arbeit des halleschen Hospized und das Engagement der Mitarbeitenden der ambulanten Hospizbegleitung. Beigeistern stellte sie dabei die besondere Rolle des Ehrenamts in der Angehörigenarbeit dar. In regelmäßig stattfindenden Qualifikationen werden wertvolle Unterstützerinnen und Unterstützer in der täglichen Arbeit mit Menschen mit schweren Erkrankungen ausgebildet. https://www.hospiz-halle.de/bildung/vorbereitungskurs

Der Workshop: Was können wir Angehörigen an die Hand geben?

Den Nachmittag füllte ein interaktiver Workshop. In Kleingruppen bearbeiteten die Teilnehmenden typische Praxisfälle: etwa wenn Angehörige eine Prognose verschweigen, Uneinigkeit über den mutmaßlichen Willen besteht oder Bevollmächtigte mit ihrer Aufgabe überfordert sind. Leitfrage war jeweils, was der Angehörige in diesem Moment am meisten braucht: Information, Entlastung, Orientierung oder emotionalen Rückhalt. Im zweiten Teil führten die Gruppen ihre Ergebnisse zu Gesprächsleitfäden, Checklisten und Verweisen auf Entlastungsangebote zusammen. Die Resultate wurden im Plenum vorgestellt und stehen allen Teilnehmenden als praxisnahes Handout für den Berufsalltag zur Verfügung.

Fazit

Der Tag hat gezeigt, wie eng Gesprächsführung, Fachwissen und ehrenamtliches Engagement zusammenhängen, wenn es darum geht, Angehörige in der letzten Lebensphase eines nahestehenden Menschen wirksam zu unterstützen. Wir danken allen Referierenden sowie allen Teilnehmenden für den engagierten fachlichen Austausch und die Bereitschaft, sich auch den schwierigeren Momenten dieser Gespräche zu stellen.

Für Rückfragen zu den Inhalten des Tages oder zum entwickelten Werkzeugkasten stehen Ihnen unsere Ansprechpersonen gerne zur Verfügung:

Noah Beyer · acp.halle@gmail.com · 0345 2135699 Andreas Hipp · andreas.hipp@Paul-Riebeck-Stiftung.de · 0152 06279091

Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Netzwerktreffen ACP im Netzwerk Palliative Versorgung.

Rückblick: „…vom Ende her gedacht, von Anfang an besprochen – Selbstfürsorge und Kommunikation in ACP und Palliativversorgung“

11. März 2026 · Festsaal des Riebeckparks in der Paul-Riebeck-Stiftung, Kantstr. 1, Halle (Saale)

Am 11. März 2026 lud das Netzwerktreffen ACP Mitteldeutschland im „Netzwerk Palliative Versorgung“ zu einem besonders offen gestalteten Tag ein, mit deutlich mehr Raum für den Austausch der Teilnehmenden untereinander als in den Jahren zuvor. Im Mittelpunkt standen Kommunikation, Grenzen und Selbstfürsorge in der Vorausplanung: die Frage, wie Beraterinnen und Berater gute Gespräche führen können, ohne sich selbst dabei aus dem Blick zu verlieren.

Die Perspektive ACP: Kommunikation, Grenzen und Selbstfürsorge

Herr Beyer (Elisabeth Mobil, Halle) eröffnete den Tag mit dem Vortrag „Kommunikation, Grenzen und Selbstfürsorge in der Vorausplanung“ und rückte damit erstmals explizit die Selbstfürsorge der Beratenden neben die klassischen Themen Gesprächsführung und Vorausplanung: ein Perspektivwechsel, der die eigene Belastbarkeit als Voraussetzung guter ACP-Begleitung in den Blick nimmt.

Die Perspektive der Teilnehmenden: Moderierter Austausch

Statt eines weiteren Fachvortrags stand im Anschluss die Frage „Was gibt es Neues in Ihrem Bereich?“ im Mittelpunkt eines moderierten Austauschs. Die Teilnehmenden selbst brachten aktuelle Entwicklungen aus ihren jeweiligen Arbeitsfeldern ein: ein Format, das den Netzwerkgedanken des Treffens besonders unmittelbar erlebbar machte und symbolisch auch dafür stehen sollte, dass das miteinander reden über das Erlebte über die Gesprächsbegleitung hinaus als Teil der Selbstfürsorge eine hohe Bedeutung hat.

Offenes Mikrofon

Im offenen Mikrofon erhielten Teilnehmende die Gelegenheit zu Kurzbeiträgen und Projektvorstellungen aus der eigenen Praxis: ein bewusst niedrigschwelliges Format, das Raum für Themen jenseits der geplanten Tagesordnung schuf.

BGW-Ausstellung „In Würde Abschied nehmen“

Den Nachmittag füllte ein interaktiver Workshop rund um die Wanderausstellung „In Würde Abschied nehmen“ der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Die Ausstellung eröffnet einen erfahrungsbasierten Zugang zum Thema Abschied und Sterben und ergänzte den eher gesprächsorientierten Vormittag um eine sinnlich-interaktive Dimension, auch mit Personen außerhalb des eigenen Fachkreises.

Fazit

Mit dem längeren Zeitrahmen und der bewussten Öffnung für den Austausch der Teilnehmenden hat dieses Netzwerktreffen einen neuen Akzent gesetzt. Weg vom reinen Vortragsformat, hin zu einem Tag, an dem die Fachkräfte selbst zu Wort kamen und ergänzt um einen intensiven, interaktiven Nachmittag mit der BGW-Ausstellung. Wir danken allen Beitragenden am offenen Mikrofons sowie allen Teilnehmenden des moderierten Austauschs und der BGW für die ansprechende Gestaltung der Ausstellung.

Ansprechpersonen: N. Beyer · 0345 2135699

Rückblick: „Notfallbogen konkret – Möglichkeiten und Grenzen der Medizin“

26. März 2025 · Festsaal der Paul-Riebeck-Stiftung „Riebeckpark“, Kantstr. 1, Halle (Saale)

Am 26. März 2025 nahm das Netzwerktreffen ACP im „Netzwerk Palliative Versorgung“ den Notfallbogen selbst in den Blick, und damit die Frage, wo die Möglichkeiten moderner Medizin enden und wo bewusste Grenzen gesetzt werden müssen.

Vom Paternalismus zur individuellen Versorgung

Herr Beyer (Elisabeth Mobil, Halle) eröffnete den Tag mit „Vom Paternalismus zur individuellen Versorgung – Meilensteine in der Entwicklung der Patientenautonomie“ und zeichnete nach, wie sich das Verständnis von Patientenautonomie historisch entwickelt hat: von ärztlich bestimmten Entscheidungen hin zur individuellen, am Willen der Person ausgerichteten Versorgung.

Zwischen Leben und Tod

Herr Dr. Holy (Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara/Elisabeth Mobil, Halle) vertiefte mit „Zwischen Leben und Tod – Notfallmedizin versus Palliative Versorgung im Krisenfall“ das Spannungsfeld, in dem sich Notfallmedizin und palliative Haltung im akuten Krisenfall begegnen.

Beatmung in der außerklinischen Intensivpflege

Nach der Mittagspause gab Herr Conrad (Paul-Riebeck-Stiftungen, Halle) mit „Beatmung in der außerklinischen Intensivpflege“ einen fachlichen Einblick in die besonderen Anforderungen der Beatmungsversorgung außerhalb der Klinik.

Demonstration von Beatmung in der Langzeitversorgung

Den Abschluss bildete eine praktische Demonstration von Frau Wolfram (vitalaire, Halle) zur Beatmung in der Langzeitversorgung, die den Teilnehmenden einen unmittelbaren Einblick in die technische Seite dieser Versorgungsform ermöglichte.

Fazit

Der Tag hat den Bogen von der grundsätzlichen Entwicklung der Patientenautonomie über das Spannungsfeld von Notfallmedizin und Palliativversorgung bis zur sehr konkreten technischen Praxis der Beatmung gespannt. Gerade die praktische Demonstration am Nachmittag machte greifbar, was im Notfallbogen häufig nur abstrakt angekreuzt wird. Wir danken allen Referierenden und Teilnehmenden für diesen vielseitigen Tag.

Ansprechperson: N. Beyer, · 0345 2135699

Rückblick: „Krisen in der Krise – Konflikte in der Notfallversorgung“

18. September 2024 · Festsaal des Riebeckparks in der Paul-Riebeck-Stiftung, Kantstr. 1, Halle (Saale)

Am 18. September 2024 rückte das Netzwerktreffen ACP Mitteldeutschland im „Netzwerk Palliative Versorgung“ eine besonders herausfordernde Schnittstelle in den Fokus: den Umgang mit vorausverfügtem Patientenwillen in der akuten Notfallversorgung, wenn medizinische Dringlichkeit und zuvor getroffene Entscheidungen aufeinandertreffen.

Die Perspektive ACP: Die Not wenden

Herr Beyer (Elisabeth Mobil, Halle) eröffnete mit „Die Not wenden – Notwendiges und Unnötiges in der Versorgung am Lebensende“ und schärfte den Blick dafür, welche Maßnahmen am Lebensende tatsächlich im Sinne der betroffenen Person sind und welche eher der Unsicherheit der Beteiligten entspringen.

Die Perspektive Notfallmedizin

Herr Dr. zur Nieden (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst der Stadt Halle, Leitender Oberarzt BG Klinikum Bergmannstrost) brachte mit „Der Notarzteinsatz unter Berücksichtigung des Patientenwillens“ die Perspektive der Notfallmedizin ein: Wie lässt sich im akuten Einsatz, unter Zeitdruck und oft ohne vollständige Informationen, ein zuvor geäußerter Wille verlässlich berücksichtigen?

Die Perspektive Krisenintervention

Herr Scharf (Kriseninterventionsteam KIT des ASB RV Halle-Bitterfeld) widmete sich in „Der Umgang mit seelischer Belastung bei Notfalleinsätzen“ einer oft übersehenen Seite von Notfalleinsätzen: der psychischen Belastung für Angehörige und Einsatzkräfte und wie Kriseninterventionsteams hier unterstützen können.

Die Perspektive Pflegealltag: Workshop Fallbesprechung

Nach der Mittagspause übersetzte ein Workshop zur Fallbesprechung Notfallversorgung in medizinischen Krisen die Vormittagsbeiträge in die konkrete Praxis der Teilnehmenden.

Fazit

Der Tag hat gezeigt, wie eng medizinische, organisatorische und psychosoziale Fragen zusammenhängen, sobald sich ein Konflikt zwischen Notfallversorgung und vorausverfügtem Willen zuspitzt. Von der grundsätzlichen ethischen Einordnung über die rettungsdienstliche Praxis bis zur seelischen Belastung aller Beteiligten wurde deutlich: gute Krisenversorgung braucht Vorbereitung auf mehreren Ebenen zugleich. Wir danken allen Referierenden und Teilnehmenden für den engagierten fachlichen Austausch.

Ansprechperson: N. Beyer · 0345 2135699

Rückblick: „Ethische Dilemmata im Pflegealltag – Fallbesprechungen organisieren und durchführen“

20. März 2024 · Festsaal des Riebeckparks in der Paul-Riebeck-Stiftung, Kantstr. 1, Halle (Saale)

Am 20. März 2024 widmete sich das Netzwerktreffen ACP im „Netzwerk Palliative Versorgung“ einem Thema, das viele Pflegeeinrichtungen kennen, aber selten systematisch bearbeiten: dem Umgang mit ethischen Dilemmata im Alltag und der Frage, wie sich ethische Fallbesprechungen strukturiert organisieren und durchführen lassen.

Die Perspektive ACP: Das richtige Tun

Herr Beyer (Elisabeth Mobil, Halle) eröffnete den Tag mit dem Vortrag „Das richtige Tun – Ethische Herausforderungen in der Entscheidungsfindung“ und führte in die besonderen Anforderungen ein, die ethische Konfliktsituationen an Beraterinnen, Berater und Pflegeteams stellen.

Die Perspektive Medizinethik

Frau Dr. Vogel (Institut für Geschichte und Ethik in der Medizin, Halle) ergänzte mit „Methode und Struktur ethischer Fallbesprechungen“ die fachlich-methodische Seite: Welche Verfahren und Gesprächsstrukturen haben sich bewährt, um ethische Konflikte im Team systematisch zu bearbeiten, statt sie informell und ungeklärt zu lassen?

Die Perspektive Pflegealltag: Workshop in zwei Teilen

Den Nachmittag bestimmte ein zweigeteilter Workshop zur „Planung und Durchführung ethischer Fallbesprechungen“. Im ersten Teil vor der Mittagspause und im zweiten Teil danach erarbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam, wie sich das theoretisch vermittelte Vorgehen konkret in den eigenen Arbeitsalltag übertragen lässt.

Fazit

Der Tag hat Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt: von der grundsätzlichen ethischen Herausforderung über die methodische Struktur bis hin zur eigenen Übung im Workshop. Damit nehmen die Teilnehmenden nicht nur ein besseres Verständnis ethischer Dilemmata mit, sondern auch ein konkretes Vorgehen für die nächste Fallbesprechung im eigenen Team. Wir danken allen Referierenden und Teilnehmenden für den engagierten Austausch.

Ansprechperson: N. Beyer, Elisabeth Mobil · 0345 2135699

Rückblick: „Abschiedskultur in der Pflegeeinrichtung – was bleibt, wenn Du gehst“

12. September 2023 · Saal der Paul-Riebeck-Stiftung „Riebeckpark“, Halle (Saale)

Am 12. September 2023 stand beim Netzwerktreffen ACP im „Netzwerk Palliative Versorgung“ ein Thema im Mittelpunkt, das in vielen Pflegeeinrichtungen noch immer zu wenig Raum bekommt: die Kultur des Abschiednehmens: von Bewohnerinnen und Bewohnern, aber auch innerhalb des Teams.

Sterben wie ein Profi – Ansprüche an das Lebensende

Herr Beyer (Elisabeth Mobil, Halle) eröffnete den Nachmittag mit seinem Beitrag „Sterben wie ein Profi – Ansprüche an das Lebensende“ und stellte die Frage, welchen professionellen Anspruch Einrichtungen an die Begleitung der letzten Lebensphase stellen sollten und wie sich dieser Anspruch im Alltag einlösen lässt.

Abschied als Profession – ein Bestatter berichtet

Mit Herrn Kroon (Kroon Bestattungen, Halle) kam eine Perspektive zu Wort, die im Fachdiskurs der Pflege selten vorkommt: die des Bestatters. Sein Beitrag „Abschied als Profession“ gab Einblick, wie Abschied nach dem Tod professionell gestaltet wird und was das für die vorausgehende Begleitung durch Pflege und Beratung bedeuten kann.

Abschied nehmen im Krankenhaus

Pastorin Schober (Krankenhaus Martha-Maria Halle) rundete die Vortragsreihe mit ihrem Beitrag „Abschied nehmen im Krankenhaus“ ab und brachte die seelsorgerische Perspektive auf das Sterben und den Abschied im klinischen Alltag ein.

Fazit

Der Nachmittag hat drei Blickwinkel auf ein und dasselbe Thema zusammengeführt: die professionelle Haltung in der Pflegeeinrichtung, die Perspektive des Bestattungswesens und die seelsorgerische Begleitung im Krankenhaus. Gemeinsam ergaben sie ein dichtes Bild davon, was eine gelebte Abschiedskultur ausmacht – und was bleibt, wenn ein Mensch geht. Wir danken allen Referierenden und Teilnehmenden für diesen bewegenden Austausch.

Ansprechperson: N. Beyer · 0345 2135699

Rückblick: „Nach dem Gespräch – Ergebnisse Gesundheitlicher Versorgungsplanung sicher umsetzen“

29. März 2023 · Festsaal des Akazienhofs in den Paul-Riebeck-Stiftungen, Beesener Str. 15, Halle (Saale)

Am 29. März 2023 trafen sich Fachkräfte aus Beratung, Pflege, rechtlicher Betreuung und Notfallversorgung im Festsaal des Akazienhofs zum Netzwerktreffen ACP im „Netzwerk Palliative Versorgung“. Im Mittelpunkt stand eine Frage, die häufig zu kurz kommt, sobald ein ACP-Gespräch geführt und dokumentiert ist: Wie werden die besprochenen Ergebnisse im Ernstfall tatsächlich sicher umgesetzt?

Die Perspektive Beratender

Herr Hipp (Paul-Riebeck-Stiftung, Halle) eröffnete den fachlichen Teil mit seinem Beitrag „Ergebnissicherung von Gesprächsprozessen in der Paul-Riebeck-Stiftung“ und gab Einblicke, wie die Ergebnisse von Vorsorgegesprächen in der Einrichtung dokumentiert und für den Ernstfall greifbar gehalten werden.

Die Perspektive Mitarbeitender

Frau Heinroth (ASB Seniorenzentrum Elsteraue, Halle) beleuchtete unter dem Titel „GVP und Palliativkultur“, wie sich gesundheitliche Versorgungsplanung in eine gelebte Palliativkultur der Einrichtung über die reine Dokumentation hinaus einbetten lässt.

Die Perspektive Betreuender

Herr Troll (Betreuungsverein Halle e. V.) widmete sich der „Rolle gesetzlich Betreuender bei der Entscheidungsfindung und -umsetzung“ und ordnete ein, welche Verantwortung gesetzliche Betreuerinnen und Betreuer tragen, wenn es um die Umsetzung eines zuvor besprochenen Willens geht.

Die Perspektive Notfallversorgender

Frau Peters (Elisabeth Mobil, Halle) schloss die Vortragsreihe mit „Entscheidungssicherheit in Krisensituationen“ und rückte die Perspektive der Notfallversorgung in den Blick: Wie gelingt es, in einer akuten Krise schnell und sicher auf zuvor getroffene Entscheidungen zuzugreifen?

Offener Austausch

Den Abschluss bildete ein offener Austausch, in dem die vier Perspektiven – Beratung, Pflege, Betreuung und Notfallversorgung – miteinander ins Gespräch kamen.

Fazit

Der Nachmittag hat deutlich gemacht, dass ein gut geführtes ACP-Gespräch nur der erste Schritt ist. Erst wenn seine Ergebnisse über alle beteiligten Berufsgruppen hinweg verlässlich dokumentiert, kommuniziert und im Ernstfall abrufbar sind, entfaltet gesundheitliche Versorgungsplanung ihre volle Wirkung. Wir danken allen Referierenden und Teilnehmenden für den engagierten Austausch.

Ansprechperson: N. Beyer, Elisabeth Mobil · 0345 2135699


Sie sind Gesprächsbegleiter nach §132g SGB V?
Sie haben vor in Ihrer Einrichtung/Ihrem Arbeitsbereich Advance Care Planning als Konzept zu etablieren?

Advance Care Planning (ACP) und palliative Versorgung sind wichtige Themen, die uns alle betreffen. Wir alle werden irgendwann in unserem Leben mit Krankheit und Sterben konfrontiert werden, sei es bei uns selbst oder bei unseren Liebsten. In solchen Situationen ist es wichtig, vorbereitet zu sein und im Vorfeld bereits Wünsche und Vorstellungen für die medizinische Versorgung und Pflege zu formulieren.

Ein Netzwerk, das sich mit ACP und Palliative Versorgung beschäftigt, kann dabei helfen, diese Themen ins Bewusstsein zu rücken und Menschen dabei zu unterstützen, sich frühzeitig mit ihnen auseinanderzusetzen. Das Netzwerk bietet eine Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen und bringt Fachleute aus verschiedenen Bereichen zusammen.

Kommen Sie mit uns ins Gespräch

Für Einzelpersonen ist die Teilnahme am Netzwerk kostenfrei. Sollten Sie als Vertreter:in einer Einrichtung aktiv sein halten wir Kooperationsverträge für eine strategische Zusammenarbeit bereit.

Ihr Ansprechpartner:
Herr Beyer
+49 345 2135699